Integrationslotsen
Ehrenamtliche Integrationsbegleiter/innen werden als Bindeglied zwischen Migrant(inn)en und dem gesellschaftlichen Leben in Hamm eingesetzt. Sie leisten Unterstützung im Alltag und geben Anleitung zur Selbsthilfe für Migrant(inn)en.
- Kontaktinformationen
- Entstehungszusammenhang und Rahmenbedingungen
- Ziele und Zielgruppen
- Teilnehmer/innen
- Kompetenzen, Motive und Qualifizierung der Freiwilligen
- Projektablauf und -inhalte
- Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten
- Fazit der Projektkoordination
Kontaktinformationen
Stadt Hamm, Der Oberbürgermeister
Amt für Soziale Integration
Bürgeramt für Migration und Integration
Sachsenweg 6
59073 Hamm
Nordrhein-Westfalen
www.hamm.de/migration
Kooperationspartner: Deutsches Rotes Kreuz, Kreisverband Hamm e.V. und Freiwilligenzentrale Hamm
Entstehungszusammenhang und Rahmenbedingungen
- Laufzeit
- Seit 2005 laufend
- Finanzierung
- Mittel des Leitprojektes Sprach- und Integrationsförderung der Stadt Hamm
Entstehung
Der Rat der Stadt Hamm hat 2003 das Leitprojekt „Sprach- und Integrationsförderung“ beschlossen. Gleichzeitig wurde das “Netzwerk Integration“ unter Beteiligung der Verbände, der Migrantenselbstorganisationen, des Integrationsrates und der Fachverwaltungen gegründet. Auf Grundlage dieses Beschlusses wurde zunächst innerhalb eines Integrationsprojektes auch mit der Anwerbung von Integrationslots(inn)en begonnen. Zwei Jahre später wurde das Integrationslotsenprojekt weiter ausgebaut und es fand eine Auftaktveranstaltung statt, in der gemeinsam mit den bereits vorhandenen Lots(inn)en und weiteren Interessierten ein gemeinsames Arbeitspapier erstellt wurde.
Rahmenbedingungen
Es besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen Integrationslots(inn)en und den hauptamtlichen Kräften. Für Rückfragen oder bei Problemen stehen Ansprechpartner/innen im Amt für Soziale Integration / Bürgeramt für Migration und Integration und bei den Kooperationspartnern zur Verfügung.
Mit der Übernahme der Bewirtungskosten bei den "Lotsenstammtischen", kleineren Geschenke (z. B zu Weihnachten), kostenlose Schulungsangeboten und der Kostenübernahme bei freiwilliger Weiterbildung (z. B. Türkisch-Kurs) sowie Kinokarten zum Tag des Ehrenamtes wird versucht, den Ehrenamtlichen Anerkennung für ihr Engagement entgegen zu bringen.
Ziele und Zielgruppen
Zielgruppe des Projekts sind Migrantinnen und Migranten. Das Projekt zielt darauf ab, Orientierungshilfen zur Alltagsbewältigung, Anleitung für Hilfe zur Selbsthilfe sowie Begleitung und Unterstützung beim Integrationsprozess zu bieten.
Projektbeschreibung
Die Teilnehmer/innen
In den letzten 12 Monaten sind ca. 60 Familien betreut worden. Hinzu kommen “Lotseneinsätze“ in Kindergärten, Schulen, Vereinen und in den Treffpunkten, wie z. B. in Frauengruppen und bei Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche.
Insgesamt haben 42 Lots(inn)en, 13 Männer und 29 Frauen aus Deutschland, ehem. UdSSR, Türkei, Marokko, Polen und Bosnien am Projekt teilgenommen. Überwiegend sind es Frauen im Alter 40 bis 60 Jahren.
Kompetenzen, Motive und Qualifizierung der Freiwilligen
Es gibt keine speziellen Kriterien für die Arbeit der Integratsionslots(inn)en, sie sollten jedoch über gute Sprach- und Ortskenntnisse verfügen, selbstbewusst agieren können und kontaktfreudig sein. Viele der Lots(inn)en verfügen über eigene Integrationserfahrungen wodurch ihre Neigung zur Hilfsbereitschaft ausgeprägter ist. Zu den wichtigsten Motiven der Lots(inn)en gehört, dass sie ihre Freizeit sinnvoll gestalten wollen. Die Lots(inn)en erhalten ein Zertifikat über ihr Freiwilliges Engagement. In Einzelfällen haben sich durch die Lotsentätigkeit und die damit verbundenen neuen Kontakte auch schon Arbeitsverträge ergeben.
Bevor die Tätigkeit als Lotse/Lotsin beginnt, wird ein persönliches Gespräch geführt, in dem die konkreten Aufgaben und Tätigkeiten erläutert werden. Zusätzlich erhälten alle Integrationslots(inn)en ein “Lotsenhandbuch“ mit wichtigen Informationen (Ansprechpartner/innen, Öffnungszeiten, aktuelle Informationen etc. ), das durch "Lotsennewsletter" immer erweitert und aktualisiert wird. Für die Zukunft ist eine mehrstündige Basisqualifikation geplant. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Fortbildungsangebote in Absprache mit den Integrationslots(inn)en, die bedarfsorientiert konzipiert werden. Hierbei kann es sich um interkulturelles Kommunikationstraining oder einen PC-Kurs handeln. Für Oktober 2007 ist eine Schulung zum Thema "Jobcenter" geplant.
Projektablauf und -inhalte
Die Initiierung eines Lots(inn)enpools sowie die Vermittlung der Lots(inn)en erfolgt durch den Träger. Die Bedarfmeldungen von Behörden und Institutionen z. B. bei Verständigungsproblemen werden hier angenommen und entsprechende Lots(inn)en informiert und eingesetzt. Die Ansprache der Lots(inn)en erfolgt entweder durch Mundpropaganda oder in direkter Ansprache an entsprechenden den Orten. Zu den wesentlichen Aufgaben der Lots(inn)en gehört die Begleitung zu Behörden, Bildungseinrichtung, zum Arzt oder zu Einkäufen. Daneben bieten Sie Erläuterungen und Unterstützung beim bürokratischen Schriftverkehr und Dolmetschertätigkeiten. Sie geben Hausaufgabenbetreuung in Vereinen und engagieren sich auch in den entsprechenden Treffpunkten des Projektes.
Erfolgsfaktoren und Schwierigkeiten
Was gut gelungen ist:
Bisher ist festzustellen, dass Migrant(inn)en sich in Hamm schneller angenommen und willkommen fühlen. So werden desintegrative Prozesse von vorneherein vermieden. Durch die enge Zusammenarbeit der hauptamtlichen Fachkräfte mit den Lots(inn)en ergeben sich aktuelle Informationen zur allgemeinen Stimmungslage bei den Migrant(inn)en und es gibt Rückmeldungen, wie die Integrationsarbeit angenommen wird. So kann der Integrationsprozess bedarfgerecht gesteuert werden.
Wo es Schwierigkeiten gibt:
Viele Migrant(inn)en, die dringend Unterstützung im Alltag und in der hiesige Gesellschaft benötigen, sind nur schwer erreichbar.
Fazit der Projektkoordinatorin
„Die Mitarbeit von ehrenamtlichen Integrationslots(inn)en ist unverzichtbar. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Lots(inn)en findet ein reger Erfahrungsaustausch statt, der die Integrationsarbeit fördert. Die Kooperation von Professionellen und Freiwilligen in der Integrationsförderung hat sich als besonders gute Methode herausgestellt. Das Integrationslotsenprojekt ist als ein Baustein der Integrationsarbeit zu sehen. Das Leitprojekt Sprach- und Integrationsförderung wird bedarfsgerecht fortgeschrieben.“

